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Auszug aus dem Jahresbericht 2005 E-Mail

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Förderer unseres Ortsverbandes,

zum 1. Januar 2005 ist das Hartz IV Gesetz in Kraft getreten. Viele Menschen in unserer Stadt sind betroffen und für viele Kinder sind die Lebensbedingungen nicht besser geworden. Steigende Armut, Gewalt und Misshandlung an Kindern, .Bildungsnotstand., ständige Medienpräsenz . hier könnte man beliebig weiter aufzählen . müssen uns wachrütteln und uns Anstrengungen unternehmen lassen,
zusammen mit Politik und Wirtschaft die Situation für Kinder nachhaltig zu verbessern. Darüber hinaus steht der Familie, die auf Solidarität, Stabilität, Langfristigkeit und Zuverlässigkeit angewiesen ist, ein Arbeitsleben gegenüber, dass durch Kurzfristigkeit, Mobilität, Unverbindlichkeit, Flexibilität und Veränderung gekennzeichnet ist. In einem solch extremen Spannungsfeld zu leben ist für viele Familien nicht einfach, und oft sind Kinder als schwächstes Glied die Leidtragenden. Hier in akuten Notfällen Unterstützung anzubieten, Hilfe zur Selbsthilfe und Präventionsarbeit zu leisten, ist unsere Aufgabe.
Danke an alle Mitglieder, Mitarbeiter, Spender, Sponsoren und an die Presse, die auf vielfältige Weise geholfen haben. Nur durch diese verlässliche und regelmäßige Unterstützung ist die Arbeit des
Kinderschutzbundes erst möglich. Mit dem Jahresbericht 2005 möchten wir Sie über die geleistete
Arbeit informieren. Mit dem Wunsch, der Bitte und der Hoffnung, dass Ihnen allen die Arbeit des Kinderschutzbundes auch weiterhin wichtig und unterstützenswert bleibt . weil Ihnen und uns Kinder
wichtig sind . grüße ich Sie herzlich
Irene Gosepath
(Vorsitzende)

Berichte aus den Arbeitsbereichen


Die Geschäftsstelle
arbeitete 2005 unter denselben konzeptionellen und personellen Bedingungen wie im Vorjahr. Sie ist als Kontakt- und Informationsstelle ein niederschwelliges Angebot und Anlaufstelle bei Problemen im Erziehungsalltag von Eltern und Erziehern. Mit Rat und Tat versuchen wir in Einzelfällen familiäre Probleme zu beheben. In Absprache mit den Ratsuchenden kooperieren wir, wenn nötig, mit anderen Einrichtungen (z.B. Jugendamt, Caritas, Frauenberatung). Das Wohl und der Schutz des betreffenden Kindes stehen dabei immer im Vordergrund. Aber auch das Familiensystem soll gestützt werden, soweit dies möglich ist. Besonders schwierig sind solche Problemstellungen, wenn die Hilferufe nicht von den Betroffenen
selbst kommen, sondern aus der Verwandtschaft oder dem Umfeld, ohne dass die Betroffenen dies wissen sollen.
Eine Veränderung gab es in unserem Büro. Die Stadtsparkasse spendete uns aus geschlossenen Filialen funktionsfähige Schreibtische und Büro-diestühle. Mit Zustimmung und Hilfe des Vermieters, Herrn Hermanns, stellten wir vorhandene Einbauschränke um, und mit einem neuen Anstrich versehen wirkt jetzt alles größer und freundlicher.

Betreuter Umgang
Über den Betreuten Umgang sollen Kinder, welche nach Trennung und Scheidung der Eltern betroffen sind, die Möglichkeit haben, auf neutralem Boden den Kontakt zum fehlenden Elternteil nicht zu verlieren oder
neu aufzubauen. Die Jugendhilfe wird tätig, wenn die Eltern den Anspruch des Kindes auf Kontakt nicht alleine regeln können. So fanden in unseren Räumlichkeiten mehrere begleitete Besuchskontakte statt, teilweise auch am Wochenende.

Das Spielmobil
Anfang April dem Winterschlaf in der Obhut der Fa. Kläsener entrissen, verursachte uns ein wenig Bauchschmerzen. Der TÜV-Termin war fällig und der Zahnriemen musste erneuert werden. Nachdem es durch viele kleine und große Hände neu gestaltet war, konnte es zur Freude der Kinder in den Einsatz gehen. Dann aber, nach ein paar Tagen, machte es wieder schlapp. Gottlob waren nur die Benzinschläuche porös. Zum Ende der Saison gab es nochmals Schwierigkeiten, es sprang nicht mehr an. Die Glühkerzen
mussten erneuert werden. All diese Schwierigkeiten konnten dank der großzügigen und schnellen Hilfe des KFZ-Meisters Seidler zu unserer vollen Zufriedenheit behoben werden und die Kinder brauchten nicht auf die
Spielangebote zu verzichten.
Das Spielmobil fuhr bis 20. Oktober von montags bis donnerstags folgende Standorte an: Wiese an der Hunsrückstraße, Uhlandschule, Spielplatz Uferstraße, Waldenburger Straße, Spielplatz Steinstraße am Hochhaus, Käthe-Kollwitz-Schule, Lambertischule.

19 Mal war es an Wochenenden zu Sondereinsätzen unterwegs.

Man kann unser Spielmobil am Wochenende für Veranstaltungen mieten.
Näheres ist in der Geschäftsstelle zu erfragen.

Eltern-Kind-Gruppen
An zwei Tagen in der Woche, montags und mittwochs von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr, boten wir in unseren Räumlichkeiten eine Eltern-Kind-Gruppe an. Das Alter der Kinder ist gut gemischt, von ungefähr einem Jahr bis zum Eintritt in den Kindergarten. Für die Kinder ist dies eine Möglichkeit, Kontakte zu anderen Kindern und Erwachsenen zu knüpfen. Es wird gemeinsam gespielt, Kreis- und Fingerspiele eingeübt, gemalt und gebastelt, je nach Jahreszeit. Es werden Erfahrungen gesammelt, die für die Kindergartenzeit vorbereitend sind, ohne dass die Kinder schon auf die Nähe eines Elternteils verzichten müssen. Einige Kinder lernen die deutsche Sprache und die Eltern tauschen alltägliche Dinge untereinander aus. Oft entstehen Freundschaften, die auch nach der Gruppenzeit gepflegt werden. Neu ist, dass mittlerweile Mütter an den Gruppen teilnehmen, die schon selbst als Kind an einer Eltern-Kind-Gruppe vom Kinderschutzbund teilgenommen haben.

Babyschwimmen
Im Jahr 2005 fanden vier Durchgänge mit jeweils sieben Schwimmkursen im Schwimmbecken des Eduard-Michelis-Hauses statt. Jeder Kurs wurde durchschnittlich von 17 Kindern besucht, d. h. ca. 480 Kinder wurden in den Kursen betreut. Die Kurse sind multinational, neben deutschen Kindern nehmen Kinder italienischer, türkischer, polnischer, bulgarischer, russischer und afrikanischer Abstammung teil.

Das .Babyschwimmen. soll die körperliche und geistige Entwicklung der Kleinen im und außerhalb des Wassers fördern. Durch Bewegungsanreize und Spielideen mit Hilfe von Spielgeräten, Schwimmhilfen und Musikinstrumenten sollen die Kinder Sinnesanregungen erleben, Freude an grob- und feinmotorischen Spielformen und Bewegungen entwickeln, die Scheu vor anderen Kindern und Erwachsenen verlieren sowie Lob und Anerkennung erfahren. Weiterhin wird der Kreislauf angeregt, die Widerstandsfähigkeit
gegenüber Krankheiten erhöht und das Lernvermögen der Kinder gefördert. Für schwimmerfahrene Kinder geht das Programm über die Wassergewöhnung hinaus zur Wasserbewältigung bis zu den Schwimmanfängen.

Die Kurse beinhalten 10 Unterrichtsstunden à 45 Minuten und finden montags von 15.30 bis 17.15 Uhr, mittwochs von 14.30 bis 16.00 Uhr und donnerstags von 9.30 bis 11.00 Uhr statt. Um den Eltern die Chance zu bieten, kontinuierlich an den Kursen teilzunehmen, können nur noch frei werdende Plätze bei der offiziellen Anmeldung vergeben werden.

Vorlesestunden in Kindergärten
Erstmals in diesem Jahr boten wir kostenlose Vorlesestunden in einigen Kindergärten an. Die Vorlesegruppen bestehen aus ca. 15 Kindern. Den 3- bis 4-jährigen Kindern werden Geschichten vorgelesen, bei denen sie aktiv mitmachen können. Für die 5- bis 6-jährigen suchen wir Buchthemen aus, bei denen sie auch eigene Geschichten einbringen können. Dies nutzen die Kinder auch sehr gerne und ausgiebig.
Abgerundet wird die Vorlesestunde durch kurze Zähl- und Mitmachspiele. Mittlerweile ist diese Vorlesestunde zu einem festen Bestandteil in diesen Kindertagesstätten geworden und die Vorleserinnen werden freudig
erwartet.

Kleiderladen
Unser Kleiderladen, in dem es neben Kleidung für Kinder und Erwachsene noch viele andere Dinge rund ums Kind gibt, wurde verstärkt in Anspruch genommen. Möglicherweise ist dies als Indiz für eine sich weiter verschärfende Finanznot in vielen Familien zu werten. Der Kleiderladen eröffnet den Besuchern auch die Möglichkeit, die verschiedenen Aktivitäten des Kinderschutzbundes kennen zu lernen und erste Kontakte zu knüpfen.

An dieser Stelle sei allen Spendern gedankt, die zu dem vielfältigen Sortiment beigetragen haben.

Hausaufgabenhilfe
Die Hausaufgabenhilfe, ein Klassiker unserer Hilfsangebote, betreut Kinder vom 1. bis 6. Schuljahr montags bis donnerstags von 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr. Oberstufenschüler betreuen unter einer Aufsichtsperson in
einem stressfreien, lockeren Umfeld die Kinder bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben.
Herzlichen Dank der Familie Schulte-Pelkum, die die Schüler und Betreuer auch im Jahr 2005 mit Gebäck vom Vortag versorgte.

Starke Eltern – Starke Kinder
Leitziele dieses Elternkurses ist Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern und zugleich Verhinderung von psychischer und physischer Gewalt in den Familien.
Weiterhin sollen Mitsprache, Mitbestimmung und Mitgestaltung der Kinder am Familienleben ermöglicht und erweitert werden. Dafür ist grundlegend das Selbstvertrauen der Eltern zu festigen und die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern. Den Eltern wird das .Modell der anleitenden Erziehung. vermittelt. Dieses Modell möchte die Eltern dazu befähigen, dass sie mit den Kindern zusammen Wege finden, die weniger Stress und Konflikte im Alltag erzeugen.

Im Jahr 2005 fanden vier Elternkurse statt, zwei davon in den Räumen des Riesener Gymnasium. Dem Leiter der VHS, Herrn Pollmann, herzlichen Dank für die Bereitstellung der Räume.

„Mein Körper gehört mir“
Kinder stark machen ist vorrangiges Ziel unserer Präventionsarbeit. Jedes dritte Mädchen und jeder neunte Junge wird vor seinem 16. Lebensjahr Opfer sexueller Übergriffe. Und durchschnittlich neun Mal muss jedes Opfer um Hilfe bitten, bis es einen Menschen findet, der ihm glaubt.

Im Herbst 2005 lief zum vierten Mal das Projekt .Mein Körper gehört mir. an. Es ist ein Präventionstheaterstück gegen sexuellen Missbrauch. In drei Unterrichtsstunden, verteilt auf drei Schultage im Abstand von je einer Woche spielen 2 Theaterpädagogen mit den Kindern Situationen aus dem Alltag durch. Das Kind lernt, dass sein Körper sein persönliches Eigentum ist. Das Programm stärkt sein Ich, sein Selbstvertrauen, seine Bereitschaft zur Abwehr von Übergriffen und zur Suche nach der Hilfe Dritter. Es hilft
dem Kind, Ja- und Nein-Gefühle zu unterscheiden und die Regeln zu lernen, Gefahrensituationen vorzubeugen. Das Programm hilft, das Schweigen zu brechen, dass den Täter schützt und das Opfer isoliert.

Drei Informationsveranstaltungen im Oktober 2005 für Eltern, Lehrer und Sponsoren bildeten den Auftakt des Projektes. Die Erwachsenen wurden an diesen Veranstaltungen mit dem Inhalt des Stückes vertraut gemacht. Im Laufe des Schuljahres 2005/2006 nahmen 70 Schulklassen der 16 Grundschulen an dem Projekt teil.
Dank des persönlichen Einsatzes vieler Mitglieder des Rotary-Clubs Bottrop-Wittringen am Appeltatenfest durch Kuchen- und Getränkeverkauf und einer großzügigen Aufrundung der Einnahmen, einer Spende des
Rotary-Clubs Gladbeck-Kirchhellen, der Stadtsparkasse, der Volksbank, der Fa. Döllken, Zuweisungen aus
dem Arbeitskreis Gewalt und Bußen des Amtsgerichts und Eigenmitteln konnten wir jede Klasse mit 140 Euro bezuschussen. An dieser Stelle nochmals allen Sponsoren ein herzliches Dankeschön, auch im Namen der Lehrer und Eltern der teilnehmenden Klassen.

Das zweckgebundene Konto 92015 bei der Stadtsparkasse Gladbeck kann ab sofort für den nächsten
Durchgang im Schuljahr 2007/2008 wieder aufgefüllt werden.


Was es sonst noch zu berichten gibt

Wir nahmen teil:

  • beim Volksradfahren mit Kuchenstand, Spielmobil und Infostand
  • beim Appeltatenfest mit Kuchenstand, Spielmobil, Mal- u. Bastelangeboten
  • am Weltkindertag mit Spielmobil und Infostand
  • an der Aktion .Kindersegen . Hoffnung für das Leben. mit Infostand


Wir arbeiteten mit in Ausschüssen und Arbeitskreisen in unserer Stadt

  • Jugendhilfeausschuss
  • Lokales Bündnis für Familie/Werkstatt Familienbildung
  • Arbeitskreis Erzieherische Hilfen
  • Arbeitskreis Gewalt
  • KinderUnfallKommission (KUK)


Auf 25-jährige Mitgliedschaft in unserem Verein können zurückblicken:

  • Frau Dr. Dorothea Eicker
  • Frau Anna-Elisabeth Hilgers
  • Herr Werner Kohlwey
  • Frau Ursula Loebecke
  • Eheleute Alfred und Gudrun Luggenhölscher
  • Frau Gundel Nicht
  • Frau Heide Pullen
  • Stadt Gladbeck
  • Herr Heinrich Totz

Frau Hilgers arbeitete seit ihrem Eintritt ehrenamtlich viele Jahre in der
Hausaufgabenhilfe und heute noch im Kleiderladen.

Auch Frau Pullen arbeitet seit 25 Jahren aktiv mit im Kleiderladen und in
der Hausaufgabenbetreuung.

Ein herzliches Dankeschön und vergelt.s Gott.



Und zum Schuss noch ein wenig Statistik

Es arbeiteten ehrenamtlich

  • im Kleiderladen 10 Mitarbeiterinnen
  • in der Hausaufgabenhilfe 9 Mitarbeiterinnen
  • in der Beratung 4 Mitarbeiterinnen

Ansprechpartnerin für diese Bereiche: Frau Zindler

Es arbeitetenauf Honorarbasis

  • Betreutes Umgangsrecht/Eltern-Kind Gruppen 1 Mitarbeiterin  Ansprechpartnerin: Frau Baumgarten
  • Elternkurse 3 Mitarbeiterinnen  Ansprechpartnerinnen: Frau Reinermann, Frau Herzogenrath
  • Babyschwimmen 1 Mitarbeiterin  Ansprechpartnerin: Frau Gröhler
  • Spielmobil (ohne Sondereinsätze) 3 Mitarbeiterinnen  Ansprechpartnerin/Organisation: Frau Bahr
  • Hausaufgabenhilfe 12 Schüler/Innen

Es arbeitete geringfügig beschäftigt im Büro 1 Mitarbeiterin

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 04. Dezember 2009 um 15:46 Uhr