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Starke Kinder sind besser geschützt E-Mail

Projekt "Mein Körper gehört mir" des Kinderschutzbundes gibt es seit zwölf Jahren. Sponsorensuche dafür ist jedes Mal schwierig

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„Machen wir uns nichts vor: Missbrauch und die verursachten seelischen Schäden begleiten die Opfer ein Leben lang." Deshalb sei es so wichtig, Kinder vor solchen Gefahren und Übergriffen zu schützen. Das ist die Überzeugung von Irene Gosepath, Vorsitzende des örtlichen Kinderschutzbundes. Zum Beispiel mit Aufklärung: Seit zwölf Jahren gibt es in den Gladbecker Grundschulen alle zwei Jahre Aufklärungstheater zum Thema Missbrauch. „Mein Körper gehört mir" heißt das Stück, mit dem die „theaterpädagogische Werkstatt" durch die Schulen tourt. Vermittelt wird den Kindern der 3. und 4. Klasse in interaktiven Szenencollagen ein Gefühl dafür, wie Situationen einzuschätzen sind, aber auch ein selbstbewusster Umgang mit dem eigenen Körper. Starke Kinder sind gegen sexuelle Übergriffe geschützt, so das Konzept. Dass es wirkt und Kindern Mut macht, sich zu wehren, zeigt sich oft nach den drei Aufführungen. „Es gibt immer Kinder, die sich danach an ihre Lehrerin wenden", weiß Irene Gosepath.Theaterprojekt

Das Projekt finanziert sich zum größten Teil aus Spenden, rund 15 000 Euro kostet die Theatertournee durch die Schulen jedes Mal. „Und es ist nicht einfach, dafür Sponsoren zu finden", erfährt Irene Gosepath stets von Neuem. An die 140 Bittbriefe schickt sie raus, aber „oft gibt es gar keine Reaktion" ist eine Erfahrung. Ein verlässlicher Großspender immerhin: Die Stadtsparkasse, im letzten Jahr brachte auch ein Benefiz-Tennisturnier im TC Wittringen eine hohe Summe. Gosepath. „Das Thema ist schwierig, damit will keiner etwas zu tun haben." Auch Eltern übrigens nehmen bei Infoveranstaltungen zwar gern die Flyer mit, meiden aber das Gespräch über das Thema. Wie Propst Müller meint auch Irene Gosepath: „Wir müssen lernen, damit anders umzugehen, müssen es offener ansprechen. Das Thema Sexualität wird , auch von Eltern gern delegiert." Dabei müssten Kinder den Umgang damit lernen, um besser geschützt zu sein.

Dies sei ebenso eine gesamtgesellschaftliche Verpflichtung wie auch das „Hinsehen", wenn es Verdacht auf Missbrauch gibt. Denn solche Übergriffe von Erwachsenen passieren am häufigsten da, wo Kinder eigentlich am geschütztesten sein sollten: Im engsten Familienumfeld.

WAZ Gladbeck, 20.03.2010

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 15. April 2010 um 08:01 Uhr