Start » Presse » Archiv » Presse 1979-1989 » Gesellschaftspolitischer Arbeitskreis (1983)
 
Gesellschaftspolitischer Arbeitskreis (1983) E-Mail

  • 404 Not Found
  • Not Found

"Gesellschaftspolitischer Arbeitskreis“ ruft zum Ostermarsch aus

Kinder haben ein Recht auf eine abgerüstete, friedvolle Zukunft

(PeSo)„Kinder haben ein Recht auf eine abgerüstete Zukunft", Mit diesen Worten ruft der gesellschaftspolitische Arbeitskreis des Kinderschutzbundes zum Ostermarsch '83 auf. In seiner Satzung heißt es dazu: „Der Verein will allen Gefahren entgegenwirken, denen Kinder und Jugendliche in ihrer körperlichen, seelischen und sittlichen Entwicklung ausgesetzt sind". Aufgrund dieses Punktes fühlt sich der Arbeitskreis verpflichtet, den Kindern eine friedvolle Existenz zu sichern.

Die Aussage in einem erarbeiteten Thesenpapier macht betroffen: „Und bei Sonnenaufgang stirbt ein japanisches Kind in Hiroshima. 12 Jahre alt. Nicht an Diphtherie oder Hirnhautentzündung. 1958 stirbt ein Junge in Hiroshima, weil er 1945 zur Welt gekommen ist". Es ist erschreckend, dass seit Ende des 2. Weltkrieges durch Atomversuche mehr Menschen an Strahlenschäden gestorben sind, als durch den Abwurf der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki", so ein Mitglied des Arbeitskreises. Ost und West zu einer engagierten Abrüstungspolitik aufzufordern, sei zwar von großer Relevanz, der Weg zum Frieden, beginne jedoch im Alltag. Jeder, der lerne, Konflikte offen und gewaltfrei unter Achtung des anderen auszutragen, trüge zu einem „Frieden von unten" bei. Nachdenklich stimmt auch der Aspekt, der bei der Zusammenkunft des Arbeitskreises am Dienstagabend diskutiert wurde. Schon oft habe der gesellschaftspolitische Arbeitskreis des Kinderschutzbundes Aktionen gestartet, bei denen Kinder Kriegsspielzeug gegen Holzspielzeug eintauschen konnten. Jedoch sitze die Bevölkerung gerade hier im Recklinghäuser Gebiet auf einem riesigen Waffenarsenal, das die Gefahr, durch einen militärischen Konflikt grauenvoll ums Leben zu kommen, für alle von uns greifbar mache.

Täglich werden in der Welt 3,8 Milliarden DM für Rüstung ausgegeben, erschreckend angesichts des noch herrschenden Elendes auf dem Erdball. 1981 starb alle zwei Sekunden ein Kind bis zum 5. Lebensjahr. 100 Mio. Kinder gehen täglich hungrig schlafen, sie gehören den 780 Mio. Menschen an, die in absoluter Armut leben. All dies steht auf vielen Papieren geschrieben, scheint die Menschen jedoch nicht aus ihren Tagträumen zu reißen. „Es wird Zeit, dass wir diese Welt verändern. Irgendwann müssen die Regierenden erkennen, dass sie die Menschen nicht mehr haben, die bereit sind, das Kriegsgerät gegen die Mitmenschen anzuwenden. Dafür müssen wir weiterkämpfen, in unserem Interesse, vor allem aber im Interesse unserer Kinder, Enkel und Urenkel", heißt es in einem Referat von Prof. Dr. Barsch, Präsident des deutsches Kinderschutzbundes. Gründe genug für den gesellschaftspolitischen Arbeitskreis, alle Freunde aufzurufen, 1983 für den Frieden mitzumarschieren.

RN 24. März 1983
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 19. November 2009 um 09:44 Uhr