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Presse 1990-1999
Kinder nerven, Eltern schlagen (1995) E-Mail

Kinderschutzbund ist Ansprechpartner für überforderte Eltern/Der erste Kontakt ist oft sehr schwierig           „Kinder nerven, Eltern schlagen“: Kerstin Fromm bietet Hilfe

(asp) Wenn frischgebackene Eltern mit ihrem Baby die Klinik vorlassen, nehmen sie ein riesiges Paket an Verantwortung mit. Im günstigsten Fall gibt es Großeltern und Freunde, die ein bisschen tragen helfen. Im schlechtesten muss eine Mutter ganz allein damit fertig werden. Doch in jedem Fall kann es Situationen geben, wo alles viel zu schwer scheint -und da will der Kinderschutzbund kräftig mit anpacken. Kerstin Fromm ist beim Gladbecker Kinderschutzbund Ansprechpartnerin für überforderte Eltern und arbeitet dort seit vier Jahren in dem Projekt „Kinder nerven — Eltern schlagen".

Das Projekt entstand aus der Erfahrung, dass Hilfe für geschlagene oder vernachlässigte Kinder bei den Eltern ansetzen muss. „Es nützt überhaupt nichts, völlig überlasteten Eltern auch noch Vorwürfe zu machen. Oder Vorschriften, wie ideales Elternverhalten auszusehen hat", erklärt die Sozialpädagogin. Stattdessen gehe es darum, gemeinsam nach Wegen aus der Krise zu suchen. Voraussetzung dafür ist natürlich, das Vertrauen der Eltern zu gewinnen. „Die erste Kontaktaufnahme ist dabei oft der heikelste Teil", erzählt Kerstin Fromm. „Vor allem, wenn wir eine Familie anrufen müssen, weil uns jemand sagt, dass es dort Probleme gibt."

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 19. November 2009 um 09:42 Uhr
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KSB und Jugendamt (1995) E-Mail

Kinderschutzbund und Jugendamt starten Pilotprojekt Gladbeck.

Vor einigen Jahren noch war die Trennung inklusive Scheidung eines Ehepaares ein regelrechter Skandal. Heutzutage sind eben Scheidungen (leider) zu einem fast täglichen „Geschäft" geworden. Rein statistisch gesehen wird bundesweit jede dritte Ehe geschieden Leidtragende sind hier dann auch immer wieder Kinder, die aus der Ehe hervorgegangen sind. Allein Gladbeck sind es pro Jahr rund 300 Scheidungen von denen auch Jungen und Mädchen betroffen sind.

Seit 15 Jahren ist Wolfgang Schäfer beim städtischen Jugendamt tätig und er wird Tag für Tag mit solchen Fällen konfrontiert. „Besonders in der Zeit des Trennungsstress geraten die Kinder dann oft aus dem Blickfeld der Eltern. Die Trennung von Mutter und Vater ist für die Kinder in der Regel ein einschneidendes Ereignis, das mit Belastungen verbunden ist, die die Entwicklung der Kinder beeinträchtigen können," weiß Schäfer aus Erfahrung zu berichten. In Zusammenarbeit mit dem „Kinderschutzbund Gladbeck" will das Jugendamt nun den Kindern, deren Eltern in Trennung leben oder bereits geschieden sind, eine Hilfe anbieten. So soll mindestens eine Gruppe für Jungen und Mädchen im Alter von neun bis zwölf Jahren eingerichtet werden, in der die Kinder im Rahmen gemeinsamer Spiele und Gespräche erleben sollen, wie andere Jungen und Mädchen ihre neue Lebenssituation bewältigen.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 19. November 2009 um 09:44 Uhr
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Harnischfeger-Preis (1996) E-Mail

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Offenes Ohr für die Nöte der Kinder

Sich der Sorgen und Nöte von Kindern anzunehmen und für ihre Rechte einzutreten, dies machte sich der Kinderschutzbund zur Aufgabe. Dieser Einsatz wurde nun ausgezeichnet. Bereits zum fünften Mal verlieh der CDU Stadtverband am Wochenende in der Städtischen Galerie den Johann-Harnischfeger-Sozialpreis. Er ist nach dem Gladbecker Sozialpolitiker und Bundestagsabgeordneten Johann Harnischfeger benannt und mit 2000 Mark verbunden.

Die Entscheidung, ihn diesmal dem Kinderschutzbund zu überreichen, fiel in der Jury, in der unter anderem Vertreter der Kirchen und des DRK sitzen, einstimmig. Im Namen des Kinderschutzbundes nahm die Vorsitzende Christel Schulte den Preis von Maria Seifert entgegen. Roth „Es ist uns immer ein besonderes Anliegen", erklärte Pfarrer Uwe Hildebrandt, Vertreter der Evangelischen Kirche in der Jury, „Personen, Gruppen oder Institutionen auszuzeichnen, die sich mit viel Geduld und Weitblick den sozialen Aufgaben gestellt haben." Daher habe sich die Jury sehr schnell auf den Kinderschutzbund einigen können. „Die 1979 in Gladbeck gegründete Gruppe hat viele konkrete Angebote, Eltern und Kindern zur Seite zu stehen." Wozu unter anderem die Hausaufgabenhilfe, Mini- und Maxigruppen sowie Informations-veranstaltungen gehörten. Auch die CDU - Stadtver-bandsvorsitzende Maria Seifert, die den Preis Christel Schulte, der Vorsitzenden des Kinderschutzbundes, überreichte, betonte die Wichtigkeit der Organisation: „Der Bund ist in den Hilfsstrukturen unserer Stadt eine starke und feste Säule, auf die wir nicht mehr verzichten wollen." Er helfe nicht nur den Kindern, sondern selbstverständlich den Familien insgesamt, da sie zum Leben der Kinder gehören.

Schulte bedankte sich im Namen des Kinderschutzbundes für den Preis und hob auch die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter, die neben den hauptamtlichen Kräften tätig sind, hervor: „Wir leisten jährlich 2000 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Und ich glaube, genau dafür ist dieser Preis gedacht." step

WAZ 9. Dezember 1996
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 19. November 2009 um 09:46 Uhr
 
Kinder- und Babywäsche (1998 E-Mail

Kleiderladen sucht dringend Kinder- und Babywäsche

Ledermantel ging für fünf DM über die Theke

(zab) Der Pullover kostet 30 Pfennige, das Paar Socken ist sogar noch billiger. Mit ein wenig Glück lässt sich sogar einen Ledermantel für fünf Mark ergattern. Solche Schnäppchen sind allerdings eher selten. Zugegeben: Die Teile sind nicht mehr ganz neu, ihren Zweck erfüllen sie aber noch immer. All das - und noch einiges mehr - gibt es im Kleiderladen des Kinderschutzbundes an der Horster Straße 15.

Und es sind längst nicht nur Bürger mit schmalem Portemonnaie, die zwischen den Ständen stöbern. Sieben ehrenamtliche Kräfte betreuen derzeit abwechselnd den Kleiderladen, in Spitzenzeiten waren es sogar schon elf Mitarbeiterinnen. Leider aber sei das Team im Laufe der Jahre geschrumpft, klagen Heide Pullen und Karin Zindler. Dabei sei der Arbeitsaufwand eher gering: Maximal zwei Stunden müssen pro Woche aufgebracht werden, damit der Laden läuft. Feste Preise gebe es eigentlich nicht, meint Karin Zindler: „Es kommt halt immer auf den Einzelfall an." Da kommt es dann auch schon vor, dass manches Stück umsonst über die Ladentheke wandert. Hin und wieder wird aber auch um Pfennigbeträge 'gefeilscht' - zum Beispiel, wenn eine Kundin den vorher ausgehandelten Preis um fünf Groschen drücken will. „Das gehört dazu", schmunzeln die beiden Mitarbeiterinnen Handelseinig wird man sich aber immer. Bei dem Angebot ist das kein Wunder, der Kleiderladen ist halt gut sortiert.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 19. November 2009 um 09:44 Uhr
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Alle Kinder haben Rechte (1999) E-Mail

Gladbeck. Welche Rechte werden in Gladbeck und welche Rechte werden in der Welt am häufigsten verletzt? So lauteten die Fragen, die bei den Kinderrechtswahlen in Gladbeck gestellt wurden. Im Januar hatte der Kinderschutzbund Gladbecker Schulen Jugendeinrichtungen aufgefordert, sich an der Wahl aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der UN-Resolution zu den Kinderrechten zu beteiligen.

Die Auswertung der Fragebögen zeigte, dass sich viele Gladbecker Schulen an dieser Umfrage nicht beteiligt hatten. Insgesamt nahmen drei Gladbecker Schulen, sowie die Jugendeinrichtung Mikado teil. Von allen anderen Jugendeinrichtungen erhielt der Kinderschutzbund gerade mal drei ausgefüllte Fragebögen zurück. Insgesamt 2500 Wahlzettel wurden verteilt. 362 gültige Stimmzettel gingen zurück an den Kinderschutzbund. Kinder und Jugendlichen im Alter von 7 bis 18 Jahren nahmen an dieser  Wahl teil.

Von den 10 aufgelisteten Rechten sollten die drei Rechte, die am meisten vor Ort oder in der Welt verletzt werden, angekreuzt werden. 238 Kinder sahen in Gladbeck das Rech der Gleichbehandlung am meisten verletzt. Ein weiteres Problem war für die Kinder die Gewalt in der Erziehung (165 Nennungen) und das Recht der freien Meinungsäußerung (149 Nennungen). Das weltweit am meisten verletzte Kinderrecht ist nach Meinung der Gladbecker Kinder das Recht auf Schutz bei Krieg und Flucht (206 Nennungen). Kriegsschauplätze in aller Welt haben sicherlich dies Ergebnis beeinflusst. Aber auch Verletzung des Rechts auf Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung (198 Nennungen), sowie das Recht auf Bildung ( 168 Nennungen) spielten eine große Rolle.

Stadtspiegel 3. November 1999
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 19. November 2009 um 09:46 Uhr